KUNSTHALLE TÜBINGEN
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AUSSTELLUNGEN IM JAHR 2014

SCHRIFTGRÖSSE 12 

1514  ·  Macht  Gewalt  Freiheit

Der Vertrag zu Tübingen in Zeiten des Umbruchs

8. März bis 31. August 2014

Vertrag zu Tübingen, Druck von 1515Vertrag zu Tübingen, Druck von 1515
Stadtarchiv Tübingen
Foto: Friedhelm Albrecht, 2010

Albrecht Altdorfer, Der Trossmeister, 1526/um 1765Albrecht Altdorfer
Der Trossmeister, 1526/um 1765
aus dem Triumphzug Kaiser Maximilians I.
Leihgabe der Universitätsbibliothek Graz

Hans Burgkmair d.Ä., Entwurf zu einem Reiterstandbild für Kaiser Maximilian I., 1508/09Hans Burgkmair d.Ä.
Entwurf zu einem Reiterstandbild für Kaiser Maximilian I., 1508/09
ALBERTINA, Wien
www.albertina.at


Bernhard Strigel (Werkstatt), Kaiser Maximilian I., 1507Bernhard Strigel (Werkstatt)
König Maximilian I., um 1507
München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen -  Alte Pinakothek
Leihgabe des Wittelsbacher Ausgleichfonds an die Staatsgalerie in der Katharinenkirche, Augsburg

Hans Sebald Beham, Kaiser Maximilian, 1518/1519Hans Sebald Beham
Kaiser Maximilian I., 1518/1519
Privatbesitz

Albrecht Dürer, Die Burgundische Heirat, um 1517Albrecht Dürer
Die Burgundische Heirat, 1526/um 1765
aus dem Triumphzug Kaiser Maximilians I.
Leihgabe der Universitätsbibliothek Graz

Albrecht Dürer, Das tanzende Bauernpaar, 1514Albrecht Dürer
Das tanzende Bauernpaar, 1514
Kunstsammlungen der Fürsten zu Waldburg-Wolfegg, Schloss Wolfegg

Württembergischer Hofmaler, Herzog Ulrich von Württemberg in ganzer Figur, 1588 / 89Württembergischer Hofmaler
Herzog Ulrich von Württemberg in ganzer Figur, 1588 / 89,
Landesmuseum Württemberg Stuttgart     

Unbekannter Künstler, nach Tizian, Kaiser Karl V., um 1550Unbekannter Künstler, nach Tizian
Kaiser Karl V. im Harnisch, um 1550
Kunsthistorisches Museum Wien, Gemäldegalerie

Unbekannter Plattner, Reiterharnisch Herzog Ulrichs von Württemberg, um 1545Unbekannter Plattner
Reiterharnisch Herzog Ulrichs von Württemberg,
um 1545
Kunsthistorisches Museum Wien, Hofjagd- und Rüstkammer

Tübingens Wappen seit Vertragsabschluss 1514Herzog Ulrich von Württemberg vermehrt das Tübinger Stadtwappen um die verschränkten Arme mit den Hirschgeweihstangen und verlegt sein Hofgericht nach Tübingen, 18. August 1514
Abschrift der Urkunde mit farbigem Stadtwappen, eingeheftet in das städtische Statutenbuch von 1680
Stadtarchiv Tübingen

Die Zeit um 1514 ist voll spannender Ereignisse und Erkenntnisse. Im Bauernaufstand des Armen Konrad, im Bauernkrieg und in der Reformation empörte sich das Volk gegen die gesellschaftlichen Verhältnisse und rief lautstark nach Freiheiten. Zur gleichen Zeit geschahen wegweisende Entdeckungen, blühte die Wissenschaft auf und setzten die Humanisten neue Maßstäbe. Das Renaissancezeitalter brachte großartige künstlerische Leistungen hervor und der Buchdruck eröffnete das Informationszeitalter.
In dieser Epoche tiefgreifender Umbrüche wird unter der Führung Kaiser Maximilians I. am 8. Juli 1514 zwischen Herzog Ulrich von Württemberg und den Landständen der Vertrag zu Tübingen abgeschlossen. Er zählt europaweit zu den wichtigsten Verfassungsverträgen. Gegen die Übernahme der herzoglichen Schulden garantierte das Abkommen einem selbstbewussten  Bürgertum das Recht auf Freizügigkeit, faire Gerichtsverhandlungen und Mitsprache bei der Regierung. Von 1514 bis zur Aufhebung des Vertrags 1805 rangen die Württemberger mit ihren Fürsten um die vertraglich vereinbarten Rechte und Pflichten. Dies prägte die Bevölkerung und ihr demokratisches Selbstverständnis.

Mit rund 280 hochkarätigen Exponaten aus großen europäischen Museen, Archiven und Sammlungen, erzählt die Ausstellung in einem breit gefächerten Panorama von den Errungenschaften und Ideen, aber auch von den Krisen und der politischen Willkür der Zeit um 1514. Sie thematisiert das Ringen um den Vertrag zu Tübingen und beschäftigt sich mit dessen Protagonisten, wie der machtvollen Persönlichkeit Kaiser Maximilians I., dem widersprüchlichen Herzog Ulrich oder den nach Freiheiten strebenden Bürgern und Bauern.

Kein geringerer als Albrecht Dürer hat den gehaltvollsten und nach wie vor zutreffendsten Blick auf die Zeit um 1514 und seine Zeitgenossen geworfen. Auf höchstem künstlerischen Niveau beschrieb er die ehedem handelnden Personen und deren Standeszugehörigkeit in einem Spektrum, das vom Kaiser und den Fürsten, bis zu den Söldnern und Landsknechten, von den großen Humanisten, den Patriziern und Bürgern, bis zu den Handwerkern und Bauern reicht. Deshalb ist er, neben namhaften Künstlern wie Hans Burgkmair d.Ä., Albrecht Altdorfer, Lucas Cranach u.a. der wichtigste Zeitzeuge und Bildgeber der Ausstellung.

Das Fortwirken des Vertrags vom 16. bis ins 19. Jahrhundert ergibt aufschlussreiche Begegnungen mit Kaiser Karl V. und Ferdinand I., den Herzögen Christoph und Karl Eugen von Württemberg sowie dem Preußenkönig Friedrich dem Großen. Noch im 19. Jahrhundert haben sich der Philosoph Hegel, die Patrioten Uhland und Hauff oder der Revolutionär Friedrich Engels mit dem Vertrag zu Tübingen auseinandergesetzt. Nicht zuletzt kommen zeitgenössische Künstler wie Sigmar Polke und Andy Warhol in der Ausstellung zu Wort, sofern sie auf historische Ereignisse und Persönlichkeiten Bezug genommen haben. Darüber hinaus sind Exponate zu sehen, die noch nie öffentlich präsentiert wurden.

Die Universitätsstadt und die Kunsthalle Tübingen nehmen die 500-jährige Wiederkehr der Vertragsunterzeichnung zum Anlass in einer großen, von Götz Adriani und Andreas Schmauder kuratierten Sonderausstellung auf die für Europa bewegende Zeitenwende vom Ende des Mittelalters zur Renaissance einzugehen und die historische Bedeutung des Vertrags zu Tübingen zu würdigen.


Die Künstler der Ausstellung

  •     Albrecht Dürer
  •     Albrecht Altdorfer
  •     Hans Burgkmair
  •     Lucas Cranach
  •     Israel van Meckenem
  •     Lucas van Leyden
  •     Bernhard Strigel
  •     Hans Sebald Beham
  •     Hans Maler
  •     Jörg Breu
  •     Michael Ostendorfer
  •     Matthias Gerung
  •     Sigmar Polke
  •     Andy Warhol




Daten und Fakten zur Ausstellung

Kuratoren: Götz Adriani, Andreas Schmauder

Schirmherrschaft:
Ministerpräsident Winfried Kretschmann
SKH Carl Herzog von Württemberg


Leihgeber: Albertina Wien, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Kunsthistorisches Museum Wien, Landesmuseum Württemberg Stuttgart, private Sammler, Staatl. Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck, Universitätsbibliothek Tübingen und andere


Mit freundlicher Unterstützung von

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Täglich (außer Montag) 10.00 - 18.00 Uhr
Dienstag 10.00 - 20.00 Uhr
regulär: 8,00 € / ermäßigt: 6,00 € / Schüler: neu 2,00 €
Öffentliche Führungen:
samstags 15.00 Uhr, dienstags 17.30 Uhr
Teilnahmegebühr pro Person: 2,50 €

Führungen nach Voranmeldung:
Dienstag bis Freitag: 50,00 €
Samstag, Sonn- und Feiertag: 60,00 €

Führungen für Schulklassen:
45 min: 38,00 €
mit Kunstpraxis, 120 min: 70,00 €, zzgl. Eintritt und Material

Audioführungen mit Informationen zu einer exemplarischen Auswahl an Werken sind zum Preis von 4,00 € an unserer Eintrittskasse erhältlich.


Donnerstag, 3. April 2014, 19.30 Uhr
Kaiser, Herzog, Bürger, Bauern und Künstler - der Vertrag zu Tübingen. Ein Kunstpanorama
Vortrag: Prof. Dr. Götz Adriani und Dr. Andreas Schmauder

Donnerstag, 8. Mai 2014, 19.30 Uhr
Tübingen und der Vertrag zu Tübingen. Eine Stadt und ihre Bewohner
Vortrag: Prof. Dr. Wilfried Setzler

Donnerstag, 26. Juni 2014, 19.30 Uhr
Im Horizont von Menschen - und Bürgerrechten? Der Vertrag zu Tübingen in seiner Zeit
Vortrag: Prof. Dr. Peter Blickle

Donnerstag, 3. Juli 2014, 19.30 Uhr
Widerstand gegen die Herrschaft im Aufstand des Armen Konrad 1514
Vortrag: Dr. Andreas Schmauder

Donnerstag, 24. Juli 2014, 19.30 Uhr
Magna Charta der Württemberger - altwürttembergischer Unfug - Verrat. Zum Streit um die Bewertung des Vertrags zu Tübingen in den letzten zwei Jahrhunderten
Vortrag: Prof. Dr. Dieter Langewiesche

Teilnahmegebühr: 7,00 €

Sonntag, 13. April 2014, 15.00 Uhr
1514 - Mentalität einer Zeit in den Graphiken Dürers
Themenführung mit Christine Bozler

Sonntag, 27. April 2014, 15.00 Uhr  
Von letzten Rittern und Drachenpäpsten - Propaganda in Bild und Schrift in der Frühen Neuzeit
Themenführung mit Zita Hartel

Sonntag, 11. Mai 2014, 15.00 Uhr
"Zu Lob und ewiger gedechtnus" - herrschaftliche Repräsentation in den Bildmedien der Frühen Neuzeit
Themenführung mit Zita Hartel

Sonntag, 25. Mai 2014, 15.00 Uhr   
Höfisches Leben - bäuerliches Leben
Themenführung mit Gabriele Schwelling

Sonntag, 8. Juni 2014, 15.00 Uhr
Die letzten Ritter - ein Berufsstand verschwindet.
Themenführung mit Jörg Widmann

Sonntag, 15. Juni 2014, 15.00 Uhr
Die Künstler der Frühen Neuzeit - Dürer, Altdorfer, Burgkmair und Co.
Themenführung mit Zita Hartel

Sonntag, 13. Juli 2014, 15.00 Uhr
Herrscher und Beherrschte
Themenführung mit Stefan Meyer-Schwelling

Sonntag, 27. Juli 2014, 15.00 Uhr
Die Welt im Umbruch - die Welt wird neu gesehen, auch in der Kunst
Themenführung mit Jörg Widmann

Sonntag, 10. August  2014,
15.00 Uhr
Bilder des gemeinen Mannes
Themenführung mit Zita Hartel

Teilnahmegebühr: 2,50 €, zzgl. Eintritt
An folgenden Sonntagen um 14.00 Uhr finden kindgerechte Führungen für Familien statt:
18. Mai, 1. und 22. Juni, 20. Juli, 10. August 2014

Eintritt (Familienführungen):
Kinder ab 6 Jahre: neu 2,00 €
Eltern mit mehr als zwei Kinder: max. 20,00 €

Die Familienführungen sind kostenfrei (Führungsgebühren entfallen).
1514   MACHT   GEWALT   FREIHEIT   Der Vertrag zu Tübingen in Zeiten des Umbruchs,
herausgegeben von Götz Adriani und Andreas Schmauder, mit zahlreichen Beiträgen und Farbabbildungen sämtlicher Exponate, 512 Seiten.

Der Katalog ist während der Ausstellung in der Kunsthalle Tübingen zum Sonderpreis von 29,80 € erhältlich.
Unter folgenden Links erhalten Sie Informationen zu weiteren Veranstaltungen zum Thema »Vertrag zu Tübingen«:

www.tuebingen.de/tuebingervertrag

www.armerkonrad2014.de

www.landesarchiv-bw.de/web/56016

Der Arme Konrad 1514 in Waldenbuch und Glashütte
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