KUNSTHALLE TÜBINGEN
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AUSSTELLUNGEN IM JAHR 2006 (Auswahl)

SCHRIFTGRÖSSE 12 

Franz Gertsch

Die Retrospektive

15. Juli bis 1. Oktober 2006

Franz Gertsch: Marina schminkt LucianoFranz Gertsch: Marina schminkt Luciano, 1975, 234 x 346 cm, Museum Ludwig, Köln

Franz Gertsch: MediciFranz Gertsch: Medici, 1971/72, 400 x 600 cm, Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen

 

Franz Gertsch: Saintes Maries de la Mer IIIFranz Gertsch: Saintes Maries de la Mer III, 1972, 260 x 370 cm, Lentos Kunstmuseum Linz, Linz

Franz Gertsch: Luciano Castelli IFranz Gertsch: Luciano Castelli I, 1971, 190 x 300 cm, Kunstmuseum Luzern

Gertsch: Patti Smith IIFranz Gertsch: Patti Smith II, 1978, 284 x 420 cm, Kunstmuseum Bern

Franz Gertsch: Gräser IFranz Gertsch: Gräser I, 1995/96, 240 x 340 cm, museum franz gertsch, Burgdorf

Franz Gertsch: VerenaFranz Gertsch: Verena, 1982, 220 x 320 cm, Hess Collection, Bern und Napa

Franz Gertsch (* 1930) zählt zu den bedeutendsten Schweizer Künstlern der Gegenwart. Auch international hat er sich mit seiner hyperrealistischen Malerei und seinen einzigartigen Holzschnitten ein herausragendes Renommee erworben. Vom ersten großen Auftritt auf der documenta 5 (1972) bis zur Präsentation seiner Werke auf den Biennalen in Venedig 1999 und 2003 spannt sich ein reiches malerisches und graphisches Werk, das eine unverwechselbare Annäherung an die Wirklichkeit vornimmt. Als wichtigster europäischer Vertreter des Fotorealismus ist Franz Gertsch auch für die heutige Generation jüngerer Maler/innen ein wesentlicher Bezugspunkt.

In den 70er Jahren sorgte Gertsch mit großformatigen Einzel- und Gruppenporträts für Furore. Bohemiens und Künstlerkollegen aus der Hippie-Ära sowie die Rocklegende Patti Smith zählen zu den Motiven, die bis heute unser Bild dieser Zeit beeinflusst haben. Später konzentrierte sich Gertsch auf das Einzelbildnis und reduzierte alle erzählerischen Elemente auf ein Minimum. In enormen Formaten erweiterte er das traditionelle Porträt zu regelrechten Gesichtslandschaften. Mit der Serie der Gräser und der Schwarzwasser-Motive entwirft Gertsch seit den 90er Jahren ein neues Bild der Natur.

Die künstlerische Arbeit von Franz Gertsch stellt sich in Verfahrensweise, Material und Zeitaufwand der Beschleunigung und Technisierung innerhalb der modernen Gesellschaft bewusst entgegen. Im Mittelpunkt seines Schaffens stehen Mensch und Natur, vor allem aber die Erfahrung von Zeit. Gertsch zielt auf die Stimmigkeit und Harmonie aller Bildmittel, und vermittelt so einen Eindruck dessen, was ihm Natur auch im philosophischen Sinne bedeutet. Dies kommt nicht zuletzt in seinen Holzschnitten zum Ausdruck. In bislang unerreichter Präzision der Ausführung und in Monumentalformaten, die schon bei der Papierherstellung an die Grenze des Machbaren stoßen, hat Gertsch diesem Medium neue Dimensionen erschlossen.

Die Kunsthalle Tübingen zeigt die Höhepunkte dieses faszinierenden Werks und gibt einen repräsentativen Einblick in das Schaffen des Künstlers. Neben 20 großformatigen Gemälden ist eine Auswahl der Holzschnitte zu sehen. Die Ausstellung basiert auf der Retrospektive, die vom Kunstmuseum Bern und vom Museum Franz Gertsch, Burgdorf, eingerichtet wurde.

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